Geschichte
Der Grundstein der Jungmannschaft Bürglen wurde am 8. Juli 1913 gelegt. In der Zeit des 1. Weltkriegs gründeten 18 junge Burschen die marianische Jünglingskongregation (auch katholischer Jünglingsverein genannt). Bei ihrem ersten Treffen konnte schon ein Vorstand gewählt werden, der sich wie folgt zusammensetzte.
- Präses: HH. Kaplan Daniel Aschwanden
- Präfekt: Ludwig Arnold, Uhrmacher, Gerbe
- Kassier: Josef Baumann, Feld
- Aktuar: Josef Planzer, Sennhütte
- Bibliothekar: Ambros Gisler (Konsumbrosi genannt)
Schon ein Jahr später arbeitete man daraufhin einen Kantonalen Verband der Jünglingsvereine zu gründen, was auch in den kommenden Jahren in die Tat umgesetzt wurde. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte fast jede Gemeinde im Kanton Uri einen Jünglingsverein aus deren Vorstehern sich der Kantonalverband zusammensetze. Nach dem 2. Weltkrieg verschwanden immer mehr die Jungmännervereine mangels Mitglieder so dass sich in den 60iger Jahren auch der Kantonalverband auflöste. Im Kanton Uri konnten sich bis heute nur noch die Jungmannschaften Bürglen und Haldi halten. In anderen Kantonen der Schweiz zeigte sich ein ähnliches Bild. In den 50iger Jahren konnte man eine stolze Mitgliederzahl von über 700 Jungmännern verzeichnen. Der Verein zählt momentan rund 180 Mitglieder, von welchen zwischen 60 und 80 regelmässig an den Veranstaltungen Teilnehmen.
Die Jungmannschaft war in vielen bereichen tätig, so entstand aus dem Verein heraus die Theatergruppe oder der Samariterverein.
Wer meint, dass damals nur engstirnige Katholiken in diesen Vereinen anzutreffen waren, der irrt. Ein Auszug aus der ersten Statute zeigt, dass man damals schon mit Veränderung des katholischen Glaubens rechnete. So lautete der Artikel 2 der Statuten:
„Der Verein hat den Zweck, durch Erhaltung und Förderung des religiösen Lebens die Mitglieder zu braven katholischen Männern heranzubilden, für ihre Belehrung und Ausbildung zu sorgen, sowie wahre Freundschaft und Geselligkeit zu pflegen. Der Verein ruht also auf religiöser Grundlage, rechnet mit den Zeitverhältnissen und soll dementsprechend geleitet werden.“
Obwohl sich die Zeiten in den knapp 100 Jahren stark verändert haben ist die Jungmannschaft ihren Idealen grösstenteils treu geblieben. Nach wie vor ist der christliche Glauben tief im Verein verankert. Dies zeigt sich auch, dass seit der Gründung bis heute ein geistliches Mitglied der Kirche immer im Vorstand vertreten war.